Hohe Mieten – kaputte Häuser – Nicht mit uns!

Gemeinsam gegen soziale Verdrängung – Demonstration, 21.04. 14.00 Uhr Platz der Synagoge –

Hohe Mieten

In Göttingen wird, wie in vielen Städten, bezahlbarer Wohnraum immer knapper. Allein in den letzten vier Jahren stiegen in der Göttinger Innenstadt die Mieten um 25%. Grund dafür ist eine neoliberale Umstrukturierung, die auch vor dem Wohnungsmarkt keinen Halt macht. Der faktische Wegfall von sozialem Wohnungsbau und städtische Aufwertungsprozesse tun das Ihre dazu. Sozialverträglicher und günstiger Wohnraum wird zur Mangelware. Wenn dadurch Menschen aus ihrem Umfeld an den Stadtrand oder sogar darüber hinaus verdrängt werden, dann wird gesellschaftliche Teilhabe zum Privileg derer, die es sich noch leisten können.

Kaputte Häuser

Zusätzlich zu steigenden Mieten werden viele Mieter*innen, so auch in Göttingen, mit verschleppten Sanierungen konfrontiert. Der durch die Untätigkeit des Vermieters, des Göttinger Studentenwerkes, verschuldete, miserable bauliche Zustand der Wohnprojekte in der Roten Straße bedroht ihren Fortbestand. Das Studentenwerk verfolgt nach wie vor die Strategie der Abwälzung der Kosten der dringend notwendigen Instandsetzung auf die Mieten der Bewohner*innen. Der Pflicht des Vermieters der Instandsetzung seiner Gebäude nachzukommen verweigert es sich, so lange sich die Bewohner*innen nicht bereit erklären die immensen Kosten zu tragen. Der Geschäftsführer des Studentenwerks ließ sogar durchblicken, dass er eine Räumung der Häuser wegen Baufälligkeit in Kauf nehmen würde und schafft somit die Situation einer versuchten Erpressung, um eine Kostenübernahme der Bewohner*innen zu erzwingen.

Die verschleppte Instandsetzung in der Roten Straße ist aber nur ein Extrembeispiel von vielen. Dass Versäumnisse der Vermieter*innen auch in Göttingen kein Einzelfall sind, lässt sich in Grone oder auch anhand der Situation der Mieter*innen in der Zimmermannstraße beobachten.

Nicht mit uns!

Seit mehr als zwei Jahren befinden wir uns nun mit dem Studentenwerk in der Auseinandersetzung um den Erhalt unserer Häuser – ob in Verhandlungen oder mit Protestaktionen. Fest steht: Wir werden uns nicht auf die Politik des Studentenwerkes einlassen und die Kosten einer Instandsetzung mit der Folge horrender Mieterhöhungen tragen. Wir werden uns nicht aus unseren Häusern verdrängen lassen – wir werden uns nicht räumen lassen!

Wir kämpfen weiterhin für Selbstverwaltung, den Erhalt kollektiver Wohnformen, sozialverträgliche Mieten und das schöne Leben – mit allen Mitteln!

Wir erklären uns solidarisch mit allen anderen Mieter*innen, die sich wehren. Das gilt für die Menschen in Grone, wo sich Anwohner*innen in Initiativen zusammenschließen um sich mit den Entwicklungen in ihrem Stadtteil auseinanderzusetzen oder für die Zimmermannstraße, wo sich Mieter*innen der selbstherrlichen und rücksichtslosen Art ihres Vermieters widersetzen.

Lasst uns am 21. April gemeinsam auf die Straße gehen, um ein deutliches Zeichen im Kampf für bessere Wohnbedingungen zu setzen! Für bezahlbaren und lebenswerten Wohnraum in Göttingen und für den Erhalt widerständiger Projekte wie denen in der Roten Straße! Gemeinsam gegen soziale Verdrängung!

Zeit: 21.04.2018, 14 Uhr

Startpunkt: Platz der Synagoge

Die Hausprojekte Rote Straße

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